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Die wichtigsten Hinweise zur Überwinterung von Palmen, Yuccas und anderen Exoten

Winterschutz Palmen


Wir haben diese Seite folgendermaßen gegliedert:

  • Unbeschadet durch die kalte Jahreszeit
  • Die 10 wichtigsten, allgemeinen Hinweise
  • Hinweise für den Fall schwerer Winterschäden
  • Artspezifische Hinweise
  • Konkretes Winterschutzbeispiel anhand einer Hanfpalme
  • Produktempfehlungen


Unbeschadet durch die kalte Jahreszeit

Ein zentrales Element für die erfolgreiche Kultivierung von Exoten in hiesigen Gefilden stellt zweifellos die Überwinterung dar. Deswegen bitte nicht erschrecken, wir haben dieses Thema nachfolgend recht ausführlich behandelt. Oftmals ist der zu betreibende Aufwand jedoch sehr gering, vor allem wenn man einmal die passenden Materialien parat hat. Wir haben hier vieles niedergeschrieben was wir in langen Jahren als privater und beruflicher Exotenfreund gelernt haben. Wichtig: die meisten Angaben beziehen sich dabei auf eine Auspflanzung im Garten. Eine Überwinterung im Topf ist manchmal etwas schwieriger, da auf möglichst durchgängige Frostfreiheit des Topfes geachtet werden sollte (Isolierung). Nur so können die Pflanzen auch im Winter über ihre Wurzeln Wasser aufnehmen. Eine Auspflanzung minimiert dieses Problem, da hier der Frost nicht von allen Seiten angreifen kann. Aber fangen wir von vorne an...

Überwinterung Hanfpalme


Die 10 wichtigsten, allgemeinen Hinweise (spezifische Hinweise folgen weiter unten):

  1. Die Wahl des Standortes entscheidet oftmals schon ob Ihre Pflanze im Winter überhaupt geschützt werden muss und wenn ja, wie stark. Ein warmes Mikroklima kann hier schon wahre Wunder bewirken. Stehen die Exoten beispielsweise innenstadtnah in der Nähe einer Hauswand oder einer anderen, von wärmespeichernden Materialien umgebenen, windstillen Ecke, so ist die Temperatur hier meistens etwas höher als einem exponierten Standort in der Nähe eines Feldes. Es macht also Sinn sich bereits vor der Pflanzung nicht nur für den optisch schönsten Platz im Garten zu entscheiden, sondern auch bereits die Überwinterung im Auge zu haben. Bei Topfpflanzen gilt: die im Freien zu überwinternden Kandidaten sollten möglichst nah an einer (überdachten) Hauswand stehen, am besten noch in einer windgeschützten Ecke. Oder aber je nach Möglichkeit in einer Garage oder in einem Schuppen. Man sollte immer ein Auge darauf haben dass die Pflanzen noch genügend Licht bekommen und ab und zu gegossen werden. Ebenso kann es nötig werden zumindest den Topf zu isolieren um es der Pflanze zu ermöglich auch im Winter an Wasser und nicht nur an Eis zu kommen...
  2. Als Exotenbesitzer wird man zumeist nicht darum herum kommen im Winter die Wettervorhersagen zu überprüfen. So kann man dann punktgenau eingreifen wenn es notwendig wird. Damit dies aber stressfrei geschieht macht es Sinn sich rechtzeitig vorzubereiten und die benötigten Materialien bereits im Haus zu haben. Gut vorbereitet ist man so nicht gezwungen einen Tag vor Kälteeinbruch noch zu versuchen ein geeignetes Heizkabel oder einen speziellen Vliessack zu bekommen. Nicht selten sind diese Utensilien just genau dann ausverkauft.
  3. Der Zeitaufwand für den anzubringenden Winterschutz sollte überschaubar bleiben und zumeist nicht mehr als eine Stunde pro Pflanze betragen. Natürlich ist dies aber von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich - eine 5m große Palme mit eher niedrigerer Temperaturtoleranz benötigt einen größeren Zeitaufwand als eine kleine Agave. Umso wichtiger ist es deswegen bei großen und/oder aufwendiger zu schützenden Pflanzen je nach Witterung z.B. bereits im November oder Dezember den Winterschutz vor dem ersten Kälteeinbruch konstruktiv anzubringen, ihn aber noch nicht zu schließen. Bei kleineren und/oder sehr winterharten Pflanzen reicht Punkt 2 zumeist aus, da man dann einfach den Vliessack o.ä. über die Pflanzen wirft. Bei größeren Pflanzen sollte man bereits die evtl. Konstruktion installiert haben, um sie dann im Bedarfsfall nur noch schließen zu müssen. Auch sollte ein etwaiges Heizkabel bereits angebracht sein, sollte die Pflanze solch eine latente Wärmequelle benötigen (wenn die Tiefstwerte also in Richtung des für den jeweiligen Exoten gerade noch tolerierbaren Bereich gehen). Selbst wenn man dann während der Kältephase krank sein sollte, so muss man zumindest nur noch den den Winterschutz (an-)schließen und nicht mehr aufbauen.
  4. Die meisten Exoten erfreuen uns auch im Winter mit ihrem grünen Blätterkleid. Dies hat aber auch zur Folge, dass sie Wasser verdunsten und dies über ihr Wurzelsystem wieder aus dem Boden nachführen müssen. Ist der Boden tief gefroren kann dies zum Problem werden (Frosttrocknis). Man sollte also auf die Erde um den Stamm herum bzw. im Wurzelbereich 10-20 cm Rindenmulch auftragen oder aber für einen anderen thermischen Schutz z.B. durch Kokosmatten o.ä. sorgen. Die Pflanzen sollte auch im Winter unbedingt gegossen werden. Wassermangel, sei es durch zu wenig Regen/Gießen bzw. zu langen Frost im Boden, stellt einen der häufigsten Faktoren für Winterschäden dar. Ausnahmen hierzu sind z.B. Yuccas und Agaven, die gerne trockener stehen. Hier wird normalerweise auch kein Wurzelschutz benötigt, eine Rindenmulchschicht würde eher zu viel Feuchtigkeit an den Pflanzen halten. In Topfkultur sollten sie jedoch ab und zu gegossen werden. Bei anderen Pflanzen kann es notwendig werden den Topfbereich dick zu isolieren um eine frostfreie Wasseraufnahme sicher zu stellen
  5. Das Mulchen bzw. der Wurzelschutz hat vor allem bei Palmen noch einen weiteren Sinn: die Wurzeln der meisten Palmenarten haben eine geringere Kältetoleranz als die oberirdischen Stamm- und Blattzellen. Gut isoliert wird dies im Freiland dann aber so gut wie nie zu einem Problem.
  6. Die angegebenen Minimal-Temperaturen sind die Grenzwerte, die die jeweilige Pflanzenart zumeist überlebt. Schäden, vor allem an den Blättern können unter Umständen jedoch schon ein paar °C darüber auftreten - es ist also darauf zu achten den Winterschutz rechtzeitig zu schließen und nicht die Tiefstwerte abzuwarten. So sollte man z.B. bei Hanfpalmen die -17 °C überleben, bereits ab ca. -10 bis -12 °C schützen. Ab ca. -12 °C können Blattschäden an diesen Palmen auftreten, das Palmenherz, der Vegetationskegel übersteht – auch aufgrund seiner geschützten Lage kurzfristige Temperaturen von bis zu -17 °C. Generell sollte aber angestrebt werden die Temperaturen an der Palme nicht weit unter -12 °C sinken zu lassen, damit die komplette Krone ohne größere Blattschäden durch den Winter kommt. Dieses Prinzip des rechtzeitigen Schutzes vor dem Erreichen kritischer Temperaturwerte kann ebenso auf alle anderen Pflanzen angewendet werden.
  7. Bei den meisten Exoten besteht ein ideales Schutzsystem aus einem dick gewebten, doppelten Vliessack mit integrierten Reißverschlüssen. Es sind aber natürlich auch andere Dämmschichten und/oder Luftpolsterfolien möglich, die je nach Aufwand direkt um die Pflanze oder um ein vorher um die Pflanze herum aufgebautes Gestell (z.B. aus Dachlatten) gewickelt werden. Wir ihr am Ende dieser Seite sehen werdet gibt es sogar komplette Palmenschutzkonstruktionen, quasi als schicke Deluxe-Varianten. Wer kostengünstiger fahren möchte kann jedoch auch sehr gut auf Vliessäcke zurückgreifen oder sich selbst etwas bauen. Es macht dabei Sinn ein gewisses Luftvolumen im Inneren des Winterschutzes zu belassen. Zum einen wird die Pflanze dann nicht extrem gequetscht bzw. zusammengeschnürt, zum anderen bewirkt dies einen größeren Wärmepuffer und ein größeres Luftvolumen zur Aufnahme von Verdunstungsfeuchtigkeit. Damit steigern sich generell die Chancen für die Pflanze unbeschadet durch den Winter zu kommen. Zumeist muss übrigens die komplette Pflanze geschützt werden, also Wurzeln, Stamm und Krone. Unabhängig davon für welches der aufgeführten Schutzsysteme man sich entscheidet - sie fangen alle auch unbeheizt recht zuverlässig die Kältespitzen klarer Nächte mit ihrer hohen Strahlungskälte ab. Das Schutzsystem muss aber unbedingt, vor allem wenn es luftdicht mit Luftpolsterfolie o.ä. erstellt wurde, regelmäßig gelüftet werden, damit die unter ihm entstehende Feuchtigkeit entweichen kann! Aus eigener Erfahrung können wir euch nur empfehlen selbst offenporige Systeme mit Vliessäcken so oft es geht offen stehen zu lassen und somit für Luftaustausch zu sorgen. Bleiben die Temperaturen konstant im zweistelligen Minusbereich, so sollte der Wärmeschutz verstärkt werden. Bitte bedenken dass er unbeheizt auch nur einige °C abfangen kann. Ein Schutz macht aber wie zuvor erwähnt auch schon immer wegen der Strahlungskälte Sinn: so können beispielsweise bei -15 °C Außentemperatur in klaren Nächten durch die Abstrahlung ins All schon rund -20 °C auf den Blattoberflächen herrschen. Hier sorgt jedes Material das oberhalb der Blätter angebracht wurde für Abhilfe. Insbesondere bei Vliessystem gilt, dass man sich am besten nicht nur auf eine Schicht verlässt, sondern möglichst auf zwei. Somit wird auch verhindert dass Blätter direkt an der Außenhaut des Schutzsystems anliegen und schneller Schäden bekommen. Ein Vlies reduziert übrigens auch die Gefahr von Spannungsrissen an den Rinden gerade manch jungen Baumes.
  8. Bis auf wenige Ausnahmen sollten die meisten Exoten im Herbst und Winter nicht mehr gedüngt werden. Gerade im Herbst verabreichter Dünger kann bei manchen Arten für eine zu verlängerte Wachstumsperiode und keine ausreichende Aushärtung vor dem Winter sorgen. Im Frühjahr freuen sich die Pflanzen dann aber über frische Nährstoffgaben in Form eines geeigneten Düngers.
  9. Ganz wichtig, den Winterschutz bitte immer nur temporär schließen. Nur an Tagen oder in Wochen in denen es entweder extrem kalt wird oder aber an denen mit Dauerfrost gerechnet werden muss bedürfen die meisten Exoten einer Schutzhülle. Deswegen ist ein System mit doppelten Vlies und Reißverschlüssen (beispielsweise einfach zwei mal den gleichen Vliessack besorgen) so bedienungsfreundlich. Unter dem geschlossenen Schutz kann es den Pflanzen ansonsten schnell zu warm werden und die Pflanzen nehmen an es wäre schon wieder Frühling – dies senkt bedrohlich die Winterresistenz! Außerdem erhöht sich dann mit Vorbereitung der Neuaustriebe der Wasserbedarf der Pflanze, was wie wir bereits gesehen haben zum Problem in Dauerfrostperioden werden kann. Also immer gut schützen und das System durchaus auch für ein paar Tage geschlossen halten - aber nur dann wenn es wirklich notwendig ist.
  10. Kommt es zu einem besonders garstigen Wintereinbruch und die Temperaturen sinken in einen Bereich der schwere Blattschäden oder Totalschäden befürchten lässt, hält eine starke Dauerfrostperiode sehr lange an oder aber handelt es sich um einen Exoten mit in Relation zum Standort eher geringen Kältetoleranz, so sollte über eine zusätzliche, schwache Beheizung nachgedacht werden. Am besten geeignet sind dafür selbstregulierende Pflanzenheizkabel, siehe auch unsere Produktempfehlungen am Ende dieser Seite. Die Stromaufnahme ist dabei zumeist sehr gering, so dass kaum Stromkosten anfallen. Vor allem da man die Kabel normalerweise auch nur im Notfall benötigen sollte.
Überwinterung Olivenbaum


Hinweise für den Fall schwerer Winterschäden

Sollte beispielsweise eine Palme nach dem extremen Winter doch einmal schwere Schäden (z.B. durch mangelnden Schutz oder zu wenig Wasser) davongetragen haben, so sollte man sie auf keinen Fall vorschnell aufgeben! Oftmals zeigen sich auch nach einem Totalverlust der Blätter ab Mai/Juni die ersten neuen Triebe. Manchmal kann dies sogar über ein Jahr dauern und die Pflanze fängt erst dann wieder an zu wachsen. Am besten kontrolliert man in regelmäßigen Abständen vor allem nach dem Winter immer mal wieder die mittleren Speere/Triebe. Sollten diese auf ein leichtes(!) Ziehen hin abreißen und aus dem Stammende zu ziehen sein, so hat im Vegetationskegel ein Fäulnisprozess begangen, der schnellstens mit einem geeigneten Fungizid behandelt werden muss. Bitte aber immer nur sanft ziehen! Eine weitere Methode um Wachstum im Frühjahr festzustellen ist es entlang der Triebe in der Mitte der Krone mit einem wasserfesten Stift eine waagrechte Linie über alle neuen Triebe/Blätter zu ziehen. Anhand von Verschiebungen sieht man dann innerhalb von Tagen oder spätestens Wochen ob ein Wachstum stattfindet. Übermäßiges Düngen hilft einer kranken Pflanze übrigens selten. Dünger wird vor allem während des Wachstums aufgenommen, nicht wenn gar keines stattfindet. Eine Behandlung mit Vitamin- oder Hormonboostern quasi als Doping ist deswegen auch nicht unbedingt erfolgreich und sollte nur das letzte Mittel der Wahl sein. Wer es dennoch versuchen müsste, wir haben recht gute Erfahrungen mit 'Superthrive' gemacht (zum Produkt bei amazon). Bei Pflanzen mit massiven Wurzelschäden kann es eventuell Sinn machen die Pflanzen über ihre Blätter geringfügig mit Dünger und Wasser zu versorgen, da viele Pflanzenarten auch darüber Stoffe aufnehmen können. Zu viel Wasser kann bei geschädigten Wurzeln eher zur Fäule führen, kein Wasser hingegen zum Verdursten. Gerade bei Pflanzen mit Wurzelschäden ist also leider etwas Fingerspitzengefühl von Nöten. Sollte man sich jedoch bereits im Vorfeld für einen für den jeweiligen Standort geeigneten Exoten entschieden und von den hiesigen Hinweisen haben leiten lassen, so sind wir sehr zuversichtlich dass es zu solchen Schäden gar nicht erst kommt und man die eigenen Exoten gut durch den Winter bringt!


Ergänzende, spezifische Hinweise

Palmen - die meisten Hinweise auf dieser Seite gelten für fast alle Palmen im Freiland. Vertreter die etwas trockener stehen sollten sind in den einzelnen Pflanzenbeschreibungen gekennzeichnet. Genannt seien hier die Blaue Nadelpalme Trithrinax campestris sowie die Mazari-Palme Nannorrhops ritchiana. Diese beiden Vertreter sollten im Winter einen Regenschutz bekommen und bei Freilandkultur während der kältesten Monate nicht gegossen werden (im Topf sehr selten gießen).

Wüstenpflanzen: Brauchen oftmals keinen thermischen Schutz, jedoch einen einfachen Regenschutz von November-Februar. Dieser kann aus kleinen Plexiglasdächern, Schirmen oder ähnlichem Material bestehen. Es geht primär darum den Nässeeintrag in der Krone zu minimieren. Stehen die Pflanzen auf einem wasserdurchlässigen Substrat, ist Regen für die Wurzeln weniger ein Problem. Generell sollte man jedoch bereits bei der Pflanzung darauf geachtet haben dass man eine Wüstenpflanze nicht gerade in ein Sumpfgebiet pflanzt... Sollte das Exemplar bereits älter und verzweigt sein, so sollte bei viel Niederschlag darauf geachtet werden, dass die Stammverzweigungen recht schnell wieder abtrocknen, damit sich keine Fäulnis bilden kann. Bei Bedarf kann man dies verbessern, indem man die Yucca an diesen Stellen von den alten Blättern entfernt und sich dort somit kaum Feuchtigkeit halten kann. Bei Topfkulturen wird die Überwinterung im Außenbereich umso einfacher, je größer der Topf und damit die vorhandene Wurzelmasse ist. 

Winterschutz Yucca


Magnolien: brauchen je nach Standort und Sorte keinen Winterschutz. Falls die Kältetoleranz doch durch ein kalten Standort in Gefahr ist am besten auch mit Vlies ähnlich wie bei Palmen schützen. Kleine Pflanzen eher schützen. Topfkulturen kühl, aber nicht im Außenbereich überwintern, es sei denn es handelt sich um sehr große Kübel.

Bambus: braucht je nach Sorte in vielen Regionen keinen Schutz, sollte aber auch im Winter ab und an gegossen werden. Die Überwinterung ist natürlich ausgepflanzt möglich, je nach Sorte aber auch in sehr großen Kübeln. Diese müssen die meiste Zeit frostfrei bleiben um die Wasseraufnahme nicht zu gefährden. Eine Innenraumüberwinterung ist nur sehr schwer möglich, da die Luftfeuchte für Bambus meist zu gering ist. Der Bodenbereich kann im Winter zur Dämmung und damit zur besseren Wasseraufnahme mit Rindenmulch bedeckt werden.

Überwinterung Bambus


Koniferen: brauchen je nach Sorte in vielen Regionen keinen Schutz, sollten aber gerade als kleine Pflanze auch im Winter ab und zu gegossen werden. Als Kübelpflanze im Außenbereich ist eine erfolgreiche Kultivierung zumeist nur in sehr großen Kübeln möglich.

Fruchtpflanzen: je nach Sorte und Standort ist kein thermischer Schutz nötig. Bei kälteempfindlicheren Varianten kann der Schutz oftmals ähnlich wie bei Palmen ausfallen.

Olivenbäume brauchen es im Winter kühl (unter +15 °C) und hell. Am besten also lange oder sogar dauerhaft draußen stehen lassen und erst ab ca. -12 °C oder bei sehr langen Dauerfrostperioden schützen. Sobald es nicht mehr garstig kalt ist ist der Schutz wieder zu entfernen. Können auch in sehr großen Kübeln außen überwintert werden.

Weinreben sollten immer sonnig gepflanzt werden, das vereinfacht die Überwinterung enorm. Außerdem ist es von Vorteil eine möglichst frostharte Sorte zu wählen, glücklicherweise ist hier die Auswahl an verfügbaren Sorten riesig. Ein Schutz mit Rindenmulch oder Vlies sollte nur selten notwendig werden.

Überwinterung Wagnersche Hanfpalme


Ganz konkret - Empfehlung zur Anbringung eines doppelten Winterschutzvlieses an einer Hanfpalme (und auch an vielen anderen Exoten):

Vorab empfehlen wir euch zuerst den Abschnitt weiter oben mit den allgemeinen Hinweisen durchzulesen, dann seid ihr bereits gut informiert!

Zur konkreten Anwendung: idealerweise besteht das Überwinterungssystem für Hanfpalmen bei starkem Frost beispielweise aus einem doppelschichtigen Schutz im kompletten Palmenbereich. Alternativ dazu geht natürlich auch ein professionellen Komplettsystem, das modular erweiterbar ist (Produktempfehlungen am Ende dieser Seite) oder ein Selbstbauprojekt. Alle Systeme werden nur temporär während kalter Phasen geschlossen, im Idealfall aber bereits vorher angebracht.

Dementsprechend wählt man also z.B. zwei dick gedämmten Vliessäcke aus, mit ausreichenden Abmessungen inkl. Reißverschluss und zusätzlichen Zuziehbändern.
Bei leichtem bis mäßigen Frost - je nach Wetterlage z.B. oftmals ab Anfang Dezember - sollte dann der erste Vliessack verwendet werden. Damit dieser nicht direkt auf den Blättern liegt kann beispielsweise ein Stab oder Stecken längs am Stamm festgeschnallt werden, der die zusammengebundenen Blätter überragt. Der Stab wird dabei am besten mit mehreren Bändern an den Stamm geschnallt. Bitte nicht mit zu starkem Zug im obersten Stammbereich harsch festzurren, da der Stamm hier weicher ist und das Palmenherz in der Nähe sitzt. Damit ist der höchste Punkt für den Vliessack generiert und die Blätter bekommen kaum Last ab, sobald der erste Vliessack über der Palme angebracht ist. Der Auflagepunkt des Sackes auf dem Stab sollte gut abgepolstert werden, damit dieser das Vlies bei Wind nicht aufscheuert. Die Blätter der Palme können vorab zusammengebunden werden, z.B. auch gegen den Stab der zuvor an die Palme geschnallt wurde. Der Vliessack muss die komplette Palme einfassen und im Bodenbereich überlappen. Er kann z.B. mit Steinen oder über Ösen am Boden befestigt werden.

Sofern es nicht zu kalt ist sollte der Reißverschluss des Hauptvliessacks zur Durchlüftung immer offen sein, erst wenn es sehr kalt wird sollte der Schutz temporär geschlossen werden. Dies hat auch die extrem wichtige Bewandtnis die Palme im Winter nicht zu überhitzen. Ist der Vliessack geschlossen kann es darunter so warm werden, dass der Palme bereits das Frühjahr suggeriert wird und sie wieder anfängt auszutreiben und/oder versucht vermehrt Wasser aus dem Boden ziehen. Denn bei großer Wärme in der Winterschutzhülle verdunstet die Palme vermehrt Wasser, kann dies bei gleichzeitig gefrorenem Boden jedoch nicht mehr nachführen, was recht schnell zu Trockenheitsschäden führen kann. 

Wenn es in einen Bereich schweren Frosts mit befürchteten Schäden für die Palme geht, kann über den ersten Vliessack der zweite Vliessack angebracht werden. So geschützt liegen die Blätter nun nicht mehr an der äußeren thermischen Hülle an, was die Gefahr von Blattschäden deutlich reduziert. Außerdem isoliert die Luftschicht zwischen ersten und zweite Vlies zusätzlich. Für die Anbringung der Vliessäcke ist es generell hilfreich die Blätter vorher zusammengebunden zu haben. Anschließend werden beide Vliese über die Reißverschlüsse geschlossen. Wenn es wieder wärmer wird sollte einer der beiden Vliessäcke entfernt werden. Die Pflanze bekommt dann wieder mehr Licht im Inneren ab. Wenn beide Vliessäcke exakt übereinanderliegen können sie mit geöffneten Reißverschlüssen jedoch auch über der Palme verbleiben, sofern diese genug Luft und Licht bekommt. Steht die Pflanze sehr im Wind macht es Sinn den Vlies zusammenzubinden, um die Angriffsfläche zu verringern. Ansonsten kann der Winterschutz im schlimmsten Fall durch die hohe Krafteinwirkung beschädigt werden oder aber Neupflanzungen im ersten Standjahr mit geringer Verwurzelung umkippen. Zur Not kann man die die Pflanze mit einem Pflock vorab stabilisieren.

Zu langes Durchfrieren des Bodens und damit eine zu geringe Wasseraufnahme können wie bereits dargestellt ein Problem ergeben. Es macht also Sinn eine 10-20cm dicken Schicht aus Rindenmulch, einen Pflanzenvlies, Kokosmatten, eine Wurzelschutzmatte (siehe Produktempfehlungen), o.ä. auf dem Boden anzubringen, um eine gewisse Dämmung zu erreichen. Bei Topfkulturen sollte über eine zusätzliche Topfdämmung nachgedacht werden. Wer ganz sicher gehen möchte kann in sehr kalten Phasen auch ein passendes Pflanzenheizkabel anschließen. 

Abschließend nochmals der Hinweis unbedingt regelmäßig zu gießen, da Palmen als immergrüne Pflanzen auch im Winter ausreichend Wasser benötigen.

Zusammengefasst: Ein Vliessystem o.ä. sollte im Winter angebracht werden und die meiste Zeit über offen bleiben, um ausreichend Luftaustausch zu gewährleisten und ein zu großes Erhitzen des Kronenbereichs zu verhindern - Hanfpalmen brauchen eine kühle Überwinterung. Erst wenn es sehr frostig wird sollte das System kurzfristig geschlossen werden. Bei sehr strengem Frost mit einem zusätzlichen Vliessack. Der Vliessack sollte außerdem bei Wind zusammengebunden werden. Bei Kübelpflanzen muss der Topfbereich je nach Kälte und Dauerfrostdauer evtl. zusätzlich gedämmt werden. Bei sehr kaltem Standort mit Tiefstwerten in der Nähe der Überlebensgrenze der Pflanze oder sogar darunter sollte über eine schwache Beheizung nachgedacht werden.


Produktempfehlungen

Wir haben viele Jahre lang alle möglichen Winterschutzsysteme ausprobiert, beruflich und privat. Vieles hat funktioniert, manches jedoch auch nicht. Nachfolgend haben wir dementsprechend Produkte und Materialien aufgeführt, die wir z.T. auch selber benutzen und euch empfehlen können. Mit einem Klick auf eines der Bilder gelangt ihr dann direkt zur jeweiligen Händlerseite bei amazon. Hier könnt ihr genauere Details einsehen und bei Bedarf auch bestellen.

Professionelles Winterschutzsystem

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Das professionelle Winterschutzzelt von Biogreen eignet sich hervorragend für die Überwinterung von Exoten. Entweder als statisches Zelt in verschiedenen Größen oder aber erweiterbar in der Variante M: für diesen Typ gibt es 1m lange Erweiterungsmodule, womit das Schutzsystem an die Pflanzengröße angepasst werden und im Laufe der Jahre mitwachsen kann (siehe auch nachfolgendes Produkt).

Erweiterungsmodul Winterschutzsystem

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Erweiterungsmodul für das zuvor aufgeführte System, durch die mitwachsende Konstruktion genial vielseitig

Selbstregulierendes Pflanzenheizkabel

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Spezielles Pflanzenheizkabel, dass sich selber reguliert. Eine tolle Absicherung für den Fall der Fälle, sollte man immer in der Hinterhand haben.

Topfschutz Kübelpflanzen

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Topfkulturen brauchen im Winter immer einen Schutz, sofern es sich nicht beispielsweise um Yuccas oder Agaven handelt, die im Winter wenig Wasser benötigen. Die meisten anderen Pflanzen müssen an Wasser kommen und sind durch durchfrierende Töpfe stark gefährdet.

Dekormulch - Ridenmulch zur Isolation

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Dick rund um den Stamm aufgetragener Rindenmulch eignet sich sehr gut zur Isolation des Wurzelbereichs. Es wird Wärme und Feuchtigkeit gespeichert. Bei nässeempfindlichen Pflanzen ist eher eine Kokosmatte erste Wahl.

Kokosmatten zur Isolation

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Kokosmatten isolieren prächtig und lassen sich vielseitig zuschneiden.

Gartenvlies

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Sehr dünnes Gartenvlies mit begrenztem Dämmwert. Eher als Zusatz zu bestehen Systemen oder Hauptvliesen einzusetzen.

Palmen Winterschutz Vliessack XXL Mammut

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Sehr guter Vliessack mit gigantischen Abmessungen. Besitzt ein dickes Gewebe, sowie einen Reißverschluss zum schnellen Öffnen bei steigenden Temperaturen. Eignet sich z.B. auch prima als Hauptvliessack eines doppelten Schutzsystems im Zusammenspiel mit einem weiteren, einfachen Vlies (z.B. Gartenvlies) für sehr kalte Witterungsphasen. Der zweite Vlies wird dann nur temporär innerhalb dieses Vliessacks um die Krone gewickelt.

Pflanzenvlies Winterschutz

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Guter Vliessack für kleinere Pflanzen. Recht günstig und kann für bessere Dämmwerte auch doppelt genommen werden. Sollte aber auf jeden Fall regelmäßig gelüftet werden, sonst kann sich Schimmel bilden. Nur anbringen wenn es die Kälte erfordert.

Wurzelschutz Palmen

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Wurzelschutzmodul z.B. für Palmen. Ist dick gedämmt und eignet sich prima um den Wurzelbereich zu isolieren. Ist allerdings recht wasserabweisend, es muss also eventuell zugegossen werden, damit die Pflanzen auch während der Zeit des angebrachten Wurzelschutzmoduls ausreichend Feuchtigkeit zugeführt bekommen.

Regenschutz/Winterschutz für Yuccas

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Pfiffige Lösung für Yuccas im Winter, die der Autor auch selber im Einsatz hat: solch ein durchsichtiger Regenschirm eignet sich sehr gut als Regenschutz für die kältesten Monate bei Yuccas! Der Schirm kann entweder in die Erde gesteckt, oder am Stamm bzw. einem Stock befestigt werden. Gegen Windlast kann man ihn einfach mit Schnur oder Draht abspannen. Sieht klasse aus und ist sehr effizient.