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Phyllostachys nigra - die 10 wichtigsten Kauf- und Pflegehinweise

Alle Infos auf einer Seite: Kurzcharakteristik, Steckbrief, Pflanzstandort, Substrat, Pflanzung, Bewässerung, Düngung, Pflege, Überwinterung & empfehlenswerte Händler.


Kurzcharakteristik

Phyllostachys nigra ist eine adrette und bis zu 5m hohe Bambusart mit charakteristischer Halmfärbung: anfangs noch kräftig grün werden sie immer dunkler, bis sie nach rund 2-3 Jahren - vor allem bei einem sonnigen Standort - ihre charakteristische schwarze Färbung annehmen. Zusammen mit ihren dunkelgrünen Blättern ergibt dies einen wunderbaren Kontrast. Wie bei den meisten ausläuferbildenden Bambusarten hat auch Phyllostachys nigra die Angewohnheit sich größere Gartenterritorien einzuverleiben. Man wird also kaum um eine Rhizomsperre herumkommen. Eignet sich als Hecke, Sichtschutz oder in Solitärstellung.

Steckbrief  

  • zur Auspflanzung geeignet (Temperaturminimum beachten)
  • Absolutes Temperaturminimum: -18 °C (vor tieferen Temperaturen muss die Pflanze zwingend geschützt werden)
  • Empfohlener Winterschutz ab spätestens -15 °C. Bitte beachten Sie die Hinweise unter 'Winterschutz'
  • Von langjähriger Topfkultur sollte abgesehen werden, Bambus gehört schon aufgrund des großen Platzbedarfs ins Freiland. Ausnahmen bilden extrem voluminöse Kübel und ein eher mildes Klima mit gleichmäßiger Bewässerung
  • Maximale Wuchshöhe: selten mehr als 5m
  • Bewässerung: hoch
  • Bodenbeschaffenheit: relativ anspruchslos, im Idealfall in Bambuserde (siehe unten) gepflanzt
  • Lichtbedarf: halbschattig-sonnig
  • Nährstoffbedarf: mittel-hoch, am besten mit einem geeigneten Bambus-Langzeitdünger (siehe unten)


Pflanzung 

Phyllostachys nigra ist ein recht anspruchsloser Zeitgenosse, vor allem hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit. So wächst er in den meisten Böden, sofern sie humushaltig sind. Wer Bambus einpflanzt kann also gewöhnliche Blumenerde verwenden. Ganz ideal für eine Neupflanzung wäre hingegen Bambuserde (siehe unten), zumindest als Beimischung. Trotz seines recht hohen Wasserbedarfs ist Staunässe schädlich, stark verdichtete, wasserhaltige Lehmböden müssten mit Sand, Split, Kies o.ä. aufgelockert werden, hier könnte es sich sogar empfehlen eine tiefere 20-30 cm starke Drainageschicht aus grobem Kies zu verlegen. Bei sehr sandhaltigen Böden z.B. in Küstennähe kann es sinnvoll sein diese mit Gartenerde zu vermischen, um dem Boden eine gewisse Wasserhaltefähigkeit und Nährstoffspeicherung zu ermöglichen. Bei den meisten Gartenböden ist solch eine Vorbereitung allerdings nicht notwendig und der Bambus kann direkt gepflanzt werden. Achten Sie dabei darauf nicht zu tief zu pflanzen. Am besten nehmen Sie die Höhenkante des Bambus im bisherigen Topf als Oberkante der Pflanzung. Wichtig: Alle ausläufertreibenden Rhizomarten wie beispielsweise auch dieser Phyllostachys haben einen enormen Ausdehnungsdrang! Nur wer sie großzügig in undurchlässigen und stabilen Abgrenzungen wie beispielsweise in dafür konzipierte Rhizomsperren mit Verschlussschienen (siehe unten) pflanzt ist auf der sicheren Seite. Oder aber das eigene Grundstück ist groß genug damit sich der Bambus im Laufe der Jahre Teile davon vereinnahmen darf. Dicke Teichfolien sind übrigens ungeeignet, der Bambus durchbohrt sie mühelos. Er verleibt sich ohne Begrenzung große Gartenareale auch von über 100m² ein und schreckt natürlich auch nicht vor Nachbargrundstücken zurück. Insofern sind Rhizomsperren eine sehr sinnvolle Maßnahme. Achten Sie darauf dass diese tief genug sind um den Ausläufern des Bambus (am besten 70 cm bei 2 mm starken Sperren, vereinzelt können sogar 100 cm nötig sein) ein Entkommen unterhalb der Sperre extrem zu erschweren. Denken Sie auch an einen Überstand von mind. 2-3 cm an der Oberfläche, um evtl. ‚Überläufer‘ rasch zu erkennen. Da der Überstand meist nicht sehr schön aussieht, kann er beispielsweise mit Steinen verkleidet werden. Vereinzelt kann es vorkommen dass es ein ausläufertreibender Bambus (vor allem wenn er beengt gepflanzt wurde) schafft die Rhizomsperre zu unterwandern. Dies passiert zwar wirklich sehr selten, da Bambus nur ungern in die Tiefe wächst, es lohnt sich aber immer mal wieder ein Auge auf ihn und seine Umgebung zu werfen. Die Größe des Beetes in dem Ihr Bambus wachsen darf sollte immer ausreichend für die Größe und Entwicklung der Pflanze gewählt werden. Außerdem sollte man bedenken dass eine Rhizomsperre die ‚Kommunikation‘ des Beetes beispielsweise hinsichtlich des Wasserausgleichs und Abflusses zum benachbarten Boden unterbricht. Größere Flächen sind für den Boden also für seine weitgehend autarke Stellung biologisch sinnvoll. Im Falle von Phyllostachys empfehlen wir Größen von ca. 7-8 m² aufwärts. Sollten Sie den Bambus trotz der recht geringen Anzahl an Halmen als Hecke pflanzen wollen, so sollten die einzelnen Pflanzen nicht zu dicht beieinander stehen, da bereits eine Pflanze im Laufe der Zeit problemlos viele Meter Heckenlänge ausfüllen kann. Ein Pflanzabstand von 1m sollte dabei aber nicht unterschritten werden, auch wenn man durch mehrere Pflanzen versuchen möchte mehr Halme pro m² zu bekommen (was auch mit mehreren Pflanzen auf engem Raum schwerlich funktioniert). Prinzipiell stehen die Pflanzen dann extrem eng beieinander und fangen bereits nach wenigen Jahren an sich gegenseitig zu bedrängen.


Pflege 

Bambus hat einen hohen Wasserbedarf, mitunter kann es also sein dass er im Sommer recht oft gegossen werden muss. Als immergrüne Pflanze ist auch dem Wasserbedarf im Winter Rechnung zu tragen und es muss auch hier ab und zu gegossen werden. Wassermangel erkennt man oftmals auch an eingekringelten Blättern. Bei großer Kälte oder in großer Hitze ist dies aber auch bei ausreichender Wässerung ein normales Erscheinungsbild, da die Pflanze damit die Wasserverdunstung verringert. Der hohe Wasserbedarf geht einher mit einem hohen Bedarf an Nährstoffen, regelmäßiges Düngen ist also sinnvoll. Achten Sie bei der Wahl des Düngers auf eine ausreichende Stickstoffkonzentration, wie z.B. mit einem guten Bambus-Langzeitdünger gegeben (siehe unten). Die meisten Bambusarten wie auch Phyllostachys nigra sind sehr tolerant, was ein Rückschneiden betrifft. Es ist also problemlos möglich Halme zu kürzen oder zu entfernen. Es sollte jedoch darauf geeignet werden, dass die Halme bereits Blätter gebildet haben. Dann wächst der einzelne Halm nicht mehr weiter, verdichtet aber evtl. seine Blattstärke am verbliebenen Halm. Das Wachstum ist dabei sehr abhängig von den Umweltbedingungen. Als Faustregel gilt dass sich Bambus etwa um 50 % pro Jahr erhöhen kann. Ein zwei Meter hohes Exemplar schafft also beispielsweise unter günstigen Bedingungen die drei Meter Höhenmarke im nächsten Jahr. Phyllostachys eignet sich nur sehr bedingt als Topfpflanze, da zum einen der Platz zu beengt ist, zum anderen die Gefahr des Topfdurchfrierens im Winter und damit des Verdurstens der Pflanze recht hoch ist. Ausnahmen bilden sehr erdmassereiche Kübel bzw. Hochbeete. Zwei weitere Anmerkungen: Sollten Sie einmal neue Triebe bzw. Rhizome abstechen wollen, so werfen Sie diese niemals auf den Kompost sondern gleich in den Müll. Mit etwas Pech kann es ansonsten sein dass sich der Bambus schnell in Ihrem Komposthaufen ausbreitet. Bedenken Sie außerdem, dass sich Bambus trotz seiner dicken Halme bei starkem Sturm, Regen oder Schnee nach unten biegen kann und es somit Probleme mit Grenzpflanzungen geben kann. Hier kann ein Holzgerüst helfen, damit der Bambus z.B. nicht auf dem Nachbargrundstück hängt.

Winterschutz

In den meisten Regionen sollte diese Bambussorte ohne Winterschutz durch unsere Winter kommen. Zentral wichtig ist eine ausreichende Wasserversorgung. Generell empfehlen wir einen Blick auf unsere allgemeine Seite zum Thema Winterschutz. Wenn Sie die dortigen Hinweise beachten sollten Sie gut gerüstet sein um langfristig Freude mit Ihrem Bambus zu haben.


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