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Wagnersche Hanfpalme Trachycarpus wagnerianus - die 10 wichtigsten Kauf- und Pflegehinweise

Alle Infos auf einer Seite: Kurzcharakteristik, Steckbrief, Pflanzstandort, Substrat, Pflanzung, Bewässerung, Düngung, Pflege, Überwinterung & empfehlenswerte Händler.


Kurzcharakteristik

Sehr schöne und immer noch recht seltene Palme mit solitärem Stamm und filigraner Krone. Die Wagnersche Hanfpalme Trachycarpus wagnerianus ist eine der robustesten und anspruchslosesten Palmen für kühlere Klimazonen. Der Stamm dieser Fächerpalme ist komplett mit weichen Fasern eingewoben und die Krone besteht aus einer Vielzahl einzelner hell- bis dunkelgrüner Blätter. Sie trotzt Kälte, Nässe, Schnee und Frösten ausgepflanzt bis zu -18 °C. Das macht sie neben Trachycarpus fortunei zu einer der geeignetsten Palmen für eine mittel- und nordeuropäische Kultivierung. Von Trachycarpus fortunei unterscheidet sich sich hauptsächlich durch den langsameren Wuchs und die kleineren, härteren Blätter. Sie wirkt dadurch recht skulptural. 

Steckbrief

zur Auspflanzung geeignet (Temperaturminimum beachten)

Absolutes Temperaturminimum: -18 °C (vor tieferen Temperaturen muss die Pflanze zwingend geschützt werden)

Empfohlener Winterschutz ab spätestens -12 °C

In Topfkultur Eignung als Terrassen- oder Balkonpflanze mit kühler und heller Übewinterung (am besten 0-15 °C)

Eignung ebenfalls zur dauerhaften Kultur im hellen, überkopfverglasten Wintergarten/Atrium mit kühler Überwinterung (am besten 0-15 °C)

Maximale Wuchshöhe: selten mehr als 6 m

Maximaler Kronendurchmesser: bis zu 3 m

Bewässerung: mittel-hoch, bereits länger ausgepflanzte Exemplare benötigen nicht zwingend zusätzliche Wassergaben, wir empfehlen bei hohen Temperaturen allerdings eine reichliche Wasserversorgung

Bodenbeschaffenheit: relativ anspruchslos, Garten- bzw. Blumenerde reicht aus, ideal ist ein Spezialsubstrat

Lichtbedarf: halbschattig - sonnig, direkte Sonne bevorzugt

Nährstoffbedarf: mittel - hoch, am besten mit einem dafür abgestimmten Hanfpalmendünger


Pflanzung

Bei der Wahl der Pflanzstelle spielt neben ästhetischen Gesichtspunkten auch das Makro- und das Mikroklima eine wichtige Rolle. Die Wagnersche Hanfpalme sollte einen möglichst sonnigen Standort im Garten bekommen und eine Pflanzung an einer warmen Stelle im Garten kann die Überwinterung vereinfachen. Halbschattige Standorte werden ebenfalls toleriert, allerdings verlängern sich die Blattstiele (vor allem bei schattigem Standort) überproportional, da die Pflanze versucht an Licht zu kommen. Sollte die Palme sehr exponiert und windig gepflanzt werden, so muss der Winterschutz evtl. etwas stärker ausfallen.

Zur Pflanzung: Glücklicherweise wachsen Wagnersche Hanfpalmen in den meisten Erden problemlos, lediglich konstante Staunässe sollte vermieden werden. Normale Blumenerde reicht somit bereits aus, wer der Palme etwas Gutes tun möchte pflanzt sie in ein für Palmen zugeschnittenes SpezialsubstratDie Breite und Tiefe des Pflanzloches sollte der Größe der Pflanze und des Wurzelballens Rechnung tragen und lieber üppig bemessen sein. Das Pflanzloch sollte etwas tiefer als der Wurzelballen ausfallen und mit zuvor aufgeführter Erde bis zur Unterkante des Wurzelballens aufgefüllt werden. Die freien Stellen seitlich neben dem Wurzelballen verfüllt man ebenfalls mit frischer Erde. Die im Topf bestehende Oberkante der Erdschicht sollte auch in der Freilandpflanzung die Oberkante darstellen. Spezielle Drainageschichten unterhalb des Wurzelballens (Kiesfilterschicht) sind nur bei extrem schweren Böden mit lange stehendem Wasser von Nöten. Gegebenenfalls kann bei sehr sandigen Böden eine Aufbesserung des Nährstoffspeichergehalts durch humose Durchmischung nötig sein. Es reicht hierbei den Sand mit obiger Erde zu durchmischen und öfters einmal zu düngen. Auch wenn Trachycarpus sehr tolerant sind was die Regeneration des Wurzelsystems nach einem Verpflanzen betrifft, so sollte man doch darauf achten den Wurzelballen samt Erde aus dem Topf möglichst unbeschadet in das neue Pflanzloch einzusetzen. Gegebenenfalls kann anfangs gegen ein Umkippen bei Sturm eine Stabilisierung mit einem geeigneten Material, z.B. stabiler Stock nötig werden, bis sich die Pflanze fest verwurzelt hat.


Pflege

Die Hanfpalme ist ein relativ anspruchsloser Zeitgenosse, möchte jedoch vor allem in der Wachstumsperiode regelmäßige Wasser- und Nährstoffgaben erhalten. Bei ausgepflanzten Exemplaren fällt dies aufgrund der größeren zur Verfügung stehenden Erdmasse allerdings geringer aus als wie bei Topfkulturen. Man wird aber auch hier feststellen, dass gesunde Hanfpalmen regelrecht das Wasser aus den Boden saugen und öfters gegossen werden müssen. Der größere Wasserbedarf sollte einen zwar nicht dazu verleiten sie beständig in Staunässe stehen zu lassen, denn das vertragen sie nicht, wenn es längere sonnige Wetterphasen gibt sollte aber regelmäßig gewässert werden. Gerade Neupflanzungen sollte man so in den ersten 1-2 Jahren versorgen, bis sich ein ausreichend großes Wurzelsystem gebildet hat, das die Palme autark versorgt. Interessant dabei: die Wurzeln von Hanfpalmen zeigen fast kein Dickenwachstum. Sie verlängern sich zwar und es bilden sich mehr Wurzeln mit steigender Blattanzahl, die einzelne Wurzel wächst aber kaum in der Dicke und besitzt deswegen auch keine Sprengkraft, wie bei manch anderen Bäumen. Somit ist die Gefahr erfreulicherweise minimal dass Palmenwurzeln z.B. Wege beschädigen oder anheben.

Ergänzender Hinweise zur Wasserversorgung: zusammengeklappte Fächerblätter – die einzelnen Segmente sehen dann V-förmig aus – sind oftmals ein Anzeichen für einen Wassermangel, die Palme klappt die Segmente dann als Verdunstungsschutz zusammen. Manchmal können aber auch andere Ursachen hinter diesem Zusammenklappen stecken, z.B. Wurzelschäden o.ä.. Eine Wasserversorgung im Winter ist ebenfalls sehr wichtig, als immergrüner Baum verdunstet die Pflanze auch im Winter Wasser – genaueres dazu auch in der Rubrik Winterschutz. Noch ein Tipp zum Schneiden von Blättern: der äußere Blattkranz der Palme stirbt ganz natürlicherweise sukzessive ab während im Zentrum der Krone beständig neue Blätter sprießen. Das Resultat sind dann vermehrt gelbliche und ausgefranste Blätter an den Außenseiten. Dieses alte Blattkleid können Sie selbstverständlich an der Palme belassen, es ist die natürliche Optik der Palme und schadet ihr überhaupt nicht. Sie können bei gesunden Hanfpalmen jedoch auch problemlos alle Blätter kappen die Ihnen entweder im Weg sind oder die Ihnen nicht mehr gefallen. Die alten Blätter können Sie einfach mit einer Gartenschere abkappen. Bitte nicht zu tief im Stamm abschneiden, sondern maximal bündig mit ihm. Sie können sich zumeist auch an älteren, entweder abgestorbenen oder bereits abgeschnittenen Blattstielen orientieren um die richtige Stelle zu finden. Das Wachstum von Wagnerschen Hanfpalmen Trachycarpus wagnerianus ist übrigens recht gering und in etwa halb so schnell wie bei der sehr ähnlichen Hanfpalme Trachycarpus fortunei. Ergo kann man in etwa mit 5-10cm Stammwachstum pro Jahr rechnen, selten darüber.

Zum Thema Nährstoffversorgung: ausgepflanzte Hanfpalmen muss man nicht zwingend düngen, sofern sie auf nährstoffreichen Böden stehen. Es schadet ihnen jedoch auch nicht, da sie wahrlich keine Kostverächter sind und sich eine gute Nährstoffversorgung positiv auf Wuchs und Blattfärbung auswirkt. Erste Wahl dafür ist ein gezielt abgestimmter Hanfpalmendünger.  Kleiner Tipp: man sollte spätestens im Juli/August aufhören zu düngen, da eine Düngung im Herbst/Winter die Winterhärte negativ beeinflussen kann.


Winterschutz

Da die Überwinterung von Wagnerschen Hanfpalmen für gewöhnlich zwar nicht schwierig ist, jedoch ohne etwas Erfahrung misslingen kann haben wir diesem Themenbereich eine eigene, sehr ausführliche Seite gewidmet: Winterschutz. Wenn man die dortigen Hinweise beachtet ist man gut gerüstet um langfristig Freude mit seinen Palmen zu haben.

Online-Bezugsquellen für Pflanzen und Zubehör

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Spezialsubstrat mit idealer Zusammensetzung für die Kultivierung von Palmen. In Topfkultur reicht diese Erde bereits komplett aus. Bei Freilandpflanzungen empfehlen wir eine zusätzliche mineralische Durchmischung zum schnelleren Wasserabfluss, z.B. mit dem nachfolgend aufgeführten Lavagranulat.

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