Das Exotenzentrum
Die Informationsplattform

WAGNERSCHE HANFPALME TRACHYCARPUS WAGNERIANUS

Kurzcharakteristik: Sehr schöne und immer noch recht seltene Palme mit solitärem Stamm und filigraner Krone. Die Wagnersche Hanfpalme ist eine der robustesten und anspruchslosesten Palmen für kühlere Klimazonen. Der Stamm dieser Fächerpalme ist komplett mit weichen Fasern eingewoben und die Krone besteht aus einer Vielzahl einzelner hell- bis dunkelgrüner Blätter. Sie trotzt Kälte, Nässe, Schnee und Frösten ausgepflanzt bis zu -18 °C. Das macht sie neben Trachycarpus fortunei zu einer der geeignetsten Palmen für eine mittel- und nordeuropäische Kultivierung. Von Trachycarpus fortunei unterscheidet sich sich hauptsächlich durch den langsameren Wuchs und die kleineren, härteren Blätter. Sie wirkt dadurch recht skulptural. 
   

Steckbrief:  

zur Auspflanzung geeignet (Temperaturminimum beachten)

Absolutes Temperaturminimum: -18 °C (vor tieferen Temperaturen muss die Pflanze zwingend geschützt werden)

Empfohlener Winterschutz ab spätestens -12 °C

In Topfkultur Eignung als Terrassen- oder Balkonpflanze mit kühler und heller Übewinterung (am besten 0-15 °C)->

Eignung zur dauerhaften Kultur im hellen Wintergarten/Atrium mit kühler Überwinterung (am besten 0-15 °C)

Maximale Wuchshöhe: selten mehr als 6 m

Maximaler Kronendurchmesser: bis zu 3 m

Bewässerung: mittel-hoch, bereits länger ausgepflanzte Exemplare benötigen nicht zwingend zusätzliche Wassergaben, wir empfehlen bei hohen Temperaturen allerdings eine reichliche Wasserversorgung.

Bodenbeschaffenheit: anspruchslos

Lichtbedarf: halbschattig - sonnig, direkte Sonne bevorzugt

Nährstoffbedarf: mittel - hoch, geeigneter Dünger hier

Pflanzung: Bei der Wahl der Pflanzstelle spielt neben ästhetischen Gesichtspunkten auch das Makro- und das Mikroklima eine wichtige Rolle. Die Palme sollte einen möglichst sonnigen Standort im Garten bekommen und eine Pflanzung an einer warmen Stelle im Garten kann die Überwinterung vereinfachen. Halbschattige Standorte werden ebenfalls toleriert, allerdings verlängern sich die Blattstiele (vor allem bei schattigem Standort) überproportional, da die Pflanze versucht an Licht zu kommen. Sollten Sie die Palme sehr exponiert und windig pflanzen, so muss der Winterschutz evtl. etwas stärker ausfallen.

Nun aber zum Pflanzloch: Glücklicherweise wachsen Trachycarpus in den meisten Erden relativ problemlos, lediglich konstante Staunässe sollte vermieden werden. Die Breite und Tiefe des Pflanzloches sollte der Größe der Pflanze und des Wurzelballens Rechnung tragen und lieber üppig bemessen sein. Das Pflanzloch sollte etwas tiefer als der Wurzelballen sein und mit Gartenerde bis zur Unterkante des Wurzelballens aufgefüllt werden. Verfüllen Sie die freien Stellen links und rechts neben dem Wurzelballen ebenfalls mit gewöhnlicher Gartenerde. Die im Topf bestehende Oberkante der Erdschicht sollte auch in der Freilandpflanzung die Oberkante darstellen. Spezielle Drainageschichten unterhalb des Wurzelballens (Kiesfilterschicht) sind nur bei extrem schweren Böden mit lange stehendem Wasser von Nöten. Gegebenenfalls kann bei sehr sandigen Böden eine Aufbesserung des Nährstoffspeichergehalts durch humose Durchmischung nötig sein. Auch wenn Trachycarpus sehr tolerant sind was die Regeneration des Wurzelsystems nach einem verpflanzen betrifft, so sollten Sie doch darauf achten den Wurzelballen samt Erde aus dem Topf möglichst unbeschadet in das neue Pflanzloch einzusetzen. Gegebenenfalls kann anfangs gegen ein Umkippen bei Sturm eine Stabilisierung mit einem geeigneten Material, z.B. stabiler Stock nötig werden, bis sich die Pflanze fest verwurzelt hat.

Pflege: Die Wagnersche Hanfpalme ist ein relativ anspruchsloser Zeitgenosse, möchte jedoch vor allem in der Wachstumsperiode regelmäßige Wasser- und Nährstoffgaben erhalten. Bei ausgepflanzten Exemplaren fällt dies aufgrund der größeren zur Verfügung stehenden Erdmasse allerdings geringer aus als wie bei Topfkulturen. Man wird aber auch hier feststellen, dass gesunde Wagnersche Hanfpalmen regelrecht das Wasser aus den Boden saugen und öfters gegossen werden müssen. Der größere Wasserbedarf sollte einen aber nicht dazu verleiten sie in Staunässe stehen zu lassen, das vertragen sie nicht. Zusammengeklappte Fächerblätter – die einzelnen Segmente sehen dann V-förmig aus – sind oftmals ein Anzeichen für Wassermangel, die Palme klappt die Segmente dann als Verdunstungsschutz zusammen. Manchmal können aber auch andere Ursachen hinter diesem Zusammenklappen stecken, z.B. Wurzelschäden o.ä.. Fragen Sie uns wenn Sie sich nicht sicher sind. Merken Sie sich also: Wagnersche Hanfpalmen, die wachsen und eifrig neue Blätter/Triebe schieben, vertragen kräftig Wasser und gerne auch regelmäßige Düngergaben (empfehlenswerter Dünger hier). Eine Wasserversorgung im Winter ist ebenfalls sehr wichtig, als immergrüner Baum verdunstet die Pflanze auch im Winter Wasser – genaueres dazu allerdings auch in der  Rubrik Winterschutz.

Winterschutz: Da die Überwinterung von Wagnerschen Hanfpalmen für gewöhnlich zwar nicht schwierig ist, jedoch ohne etwas Erfahrung misslingen kann haben wir diesem Themenbereich eine eigene, sehr ausführliche Seite gewidmet: WINTERSCHUTZ. Wenn Sie die dortigen Hinweise beachten sollten Sie gut gerüstet sein und langfristig Freude mit Ihren Palmen haben.