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KRETISCHE DATTELPALME PHOENIX THEOPHRASTII

Kurzcharakteristik:  Die Kretische Dattelpalme Phoenix theophrastii ist neben der Grünen Zwergpalme Chamaerops humilis die einzige in Europa natürlich vorkommende Palmenart. Ursprünglich auf Kreta und an der südlichen Küste der Türkei vorkommend kann sie dort Höhen von bis zu 15 m erreichen. Wie die meisten Fiederpalmen so besitzt auch diese Art eine beeindruckend schöne Krone aus unzähligen Blättern. Ihr Hauptstamm treibt zumeist mehrere Ausläufer, so dass bereits eine Pflanze einen regelrechten kleinen Palmenhain ausbilden kann. Im Gegensatz zur Echten Dattelpalme sind ihre Früchte jedoch wenig genießbar, die Blätter sehr hart und mit langen Spitzen versehen. Bei unsachgemäßer Annäherung besteht Verletzungsgefahr. Unter allen Phoenixarten kommt die Kretische Dattelpalme am besten mit unserem Klima zurecht und verträgt Fröste bis zu -10 °C - ein sehr guter Winterschutz wird aber trotzdem fast überall nötig sein um kalte Winter hierzulande zu überstehen.

Steckbrief:  

  • zur Auspflanzung geeignet (Temperaturminimum beachten)
  • Absolutes Temperaturminimum: -10 °C (vor tieferen Temperaturen muss die Pflanze zwingend geschützt werden)
  • Empfohlener Winterschutz ab spätestens -6 °C
  • In Topfkultur Eignung als Terrassen- oder Balkonpflanze mit kühler oder warmer und heller Übewinterung (am besten 0-20 °C)
  • Eignung zur dauerhaften Kultur im hellen Wintergarten/Atrium mit kühler oder warmer Überwinterung (am besten 0-20 °C)
  • Maximale Wuchshöhe: selten mehr als 15 m
  • Maximaler Kronendurchmesser: bis zu 6m pro Stamm
  • Bewässerung: gering-mittel
  • Bodenbeschaffenheit: recht anspruchslos, am besten mineralisch durchmischt
  • Lichtbedarf: sonnig
  • Nährstoffbedarf: mittel, am besten mit einem Palmendünger

Pflanzung: Bei der Wahl der Pflanzstelle spielt neben ästhetischen Gesichtspunkten auch das Makro- und das Mikroklima eine wichtige Rolle. Die Palme sollte einen möglichst sonnigen Standort im Garten bekommen und eine Pflanzung an einer warmen Stelle im Garten kann die Überwinterung vereinfachen. Halbschattige Standorte werden ebenfalls toleriert, allerdings verlängern sich die Blattstiele (vor allem bei schattigem Standort) überproportional, da die Pflanze versucht an Licht zu kommen. Sollten Sie die Palme sehr exponiert und windig pflanzen, so muss der Winterschutz evtl. etwas stärker ausfallen.

Nun aber zum Pflanzloch: Glücklicherweise wachsen Dattelpalmen in den meisten Erden relativ problemlos (so reicht bei Topfkulturen normale Garten- bzw. Blumenerde ohne mineralische Durchmischung), Lediglich konstante Staunässe sollte vermieden werden. Deswegen empfiehlt sich bei Freilandpflanzungen zur besseren Drainage (also zum besseren Wasserabfluss) die Erde mineralisch zu durchmischen, z.B. mit Kies, Sand, Split o.ä.. Die Breite und Tiefe des Pflanzloches sollte der Größe der Pflanze und des Wurzelballens Rechnung tragen und lieber üppig bemessen sein. Das Pflanzloch sollte etwas tiefer als der Wurzelballen sein und mit Gartenerde bis zur Unterkante des Wurzelballens aufgefüllt werden. Verfüllen Sie die freien Stellen links und rechts neben dem Wurzelballen ebenfalls mit gewöhnlicher Gartenerde. Die im Topf bestehende Oberkante der Erdschicht sollte auch in der Freilandpflanzung die Oberkante darstellen. Spezielle Drainageschichten unterhalb des Wurzelballens (Kiesfilterschicht) sind nur bei schweren (Lehm-)Böden mit stehendem Wasser von Nöten. Gegebenenfalls kann bei sehr sandigen Böden eine Aufbesserung des Nährstoffspeichergehalts durch humose Durchmischung nötig sein. Auch wenn Dattelpalmen recht tolerant sind was die Regeneration des Wurzelsystems nach einem verpflanzen betrifft, so sollten Sie doch darauf achten den Wurzelballen samt Erde aus dem Topf möglichst unbeschadet in das neue Pflanzloch einzusetzen. Gegebenenfalls kann anfangs gegen ein Umkippen bei Sturm eine Stabilisierung mit einem geeigneten Material, z.B. stabiler Stock nötig werden, bis sich die Pflanze fest verwurzelt hat. Achtung, die Pflanze hat scharfe Dornen an den Blattstielen.

Pflege: Die Kretische Dattelpalme ist ein relativ anspruchsloser Zeitgenosse, in Topfkultur reichen ihr je nach Standort normale Wassergaben. Mit Düngergaben sollten sie ebenso verfahren, in regelmäßigen Abständen in normaler, nicht übertriebener Menge (am besten mit einem geeigneten Dünger). Sie werden jedoch sehen dass größere Exemplare auch einen größeren Wasserbedarf haben um alle Blätter versorgen zu können. Ausgepflanzt kann nach ein paar Jahren zumeist auf zusätzliche Wassergaben verzichtet werden, auch sind hier Düngergaben nicht mehr von Nöten. Eine Wasserversorgung im Winter ist jedoch gerade bei Topfkulturen wichtig, als immergrüner Baum verdunstet die Pflanze auch im Winter Wasser und muss dies aus möglichst ungefrorenen Töpfen nachziehen können, genaueres hierzu auch in der  Rubrik Winterschutz.

Winterschutz: Da die die Überwinterung von Kretischen Dattelpalmen für gewöhnlich nur mit gutem Winterschutz gelingt (es sei denn sehr günstiger Standort oder milder Winter), haben wir diesem Themenbereich eine eigene, sehr ausführliche Seite gewidmet: WINTERSCHUTZ. Wenn Sie die dortigen Hinweise beachten sollten Sie gut gerüstet sein und langfristig Freude mit Ihren Palmen haben.